Nächste Spiele:

Ein Wechselbad der Gefühle brachten die ersten drei Spieltage, und ein privater Schicksalsschlag, für Mannschaft und Trainer der SG Jetzendorf/Gerolsbach in der U19 Kreisliga.

 

 

Sportlich zahlten wir am ersten Spieltag gegen die SG Hohenwart/Waidhofen Lehrgeld in der neuen Liga. Wir machten viel zu viele individuelle Fehler, luden die Gegner regelrecht dazu ein, ein Tor nach dem anderen zu erzielen. Spielerisch waren wir sogar besser, aber ohne die nötige Konzentration kann man in der Kreisliga so nicht bestehen. Am Ende eine deutliche 0:6 Niederlage.

Richtig emotional wurde es dann am zweiten Spieltag beim SV Ingolstadt-Hundszell. Schon vor dem Spiel hatten die Trainer erfahren, dass der langjährige Mitspieler Josef Farle, mit erst 18 Jahren, bei einem schweren Autounfall in der Nacht getötet wurde. Trotz großer Betroffenheit wurde beschlossen, es der Mannschaft erst einmal nicht zu sagen, und das Spiel auszutragen. Mit, im Vergleich zur Vorwoche, etwas veränderter Aufstellung, lieferte die Mannschaft ein sehr engagiertes Spiel ab, stand defensiv wesentlich besser und konnte die spielerische Klasse auch in Tore ummünzen. Vor allem in der zweiten Halbzeit wurde Ingolstadt komplett beherrscht und mit 4:2 besiegt. Die Freude über den Sieg wurde dann aber schnell völlig unwichtig, als das Team vom Unfalltod ihres Mitspielers und Freundes erfuhr. Gemeinsam blieben alle lange Zeit auf dem Platz um zusammen zu trauern.

Der Trainerstab traf Anfang der Woche dann gemeinsam die Entscheidung, das kommende Training ausfallen zu lassen, um danach aber wieder einzusteigen und die Saison fortzusetzen. Vor dem Mittwochstraining traf sich die Mannschaft gemeinsam an der Unfallstelle um Kerzen aufzustellen und Fotos und Schals abzulegen. Ein für manche sicher sehr schwerer Moment. Wir alle wissen aber, dass das Leben immer weiter geht, auch wenn das für manch einen schwer zu ertragen ist und etwas unbarmherziges hat. Josef war ein sehr guter Fußballer und wir sind uns sicher, dass er kein Problem damit gehabt hätte, dass die Mannschaft ihrer Leidenschaft nachgeht und zum nächsten Punktspiel antritt.

Am Freitag trafen wir im Lowa Stadion dann auch auf die JFG Donaumoos. Das Trikot mit der Rückennummer 6 wurde nicht vergeben und vor der Ersatzbank ausgebreitet, der Trauerflor am linken Oberarm aller Spieler und Trainer befestigt und dann lieferten wir ein sehr gutes Spiel ab. Mit identischer Anfangsformation wie in der Vorwoche wurde an die konzentrierte und kämpferisch wie spielerisch sehr gute Leistung angeknüpft. Zur Pause hätten wir schon deutlich führen müssen, aber der Donaumooser Keeper erwischte einen Sahnetag und klärte bravourös gegen Samuel Jung, Moritz Lessel und Luis Müller. Das 0:0 zur Pause war für den Gast sehr schmeichelhaft. Zu Beginn der zweiten Hälfte mussten wir dem hohen Tempo etwas Tribut zollen, waren etwas weniger konsequent und begingen viele unnötige Fouls im eigenen Halbfeld. Einer dieser Freistöße führte dann in der 57. Minute auch zur unverdienten Führung der JFG. Allerdings ging dem Treffer ein klares Foul der JFG im Strafraum voraus. Erst dadurch kam Benedikt Kreil unbedrängt an den Ball und ließ Florian Friesecke in unserem Kasten keine Abwehrchance. Nach kurzer Schockstarre machten wir aber da weiter, wo wir in der ersten Hälfte aufgehört hatten. In einem temporeichen Spiel kamen wir zu weiteren klaren Chancen durch Samuel Jung und Moritz Lessel, die der überragende Matthias Seel im Tor der JFG aber allesamt zunichte machte.

David Rabe war es dann vorbehalten doch noch wenigstens einen hochverdienten Punkt zu sichern. In der 83. Minute nutzte er ein Zuspiel von Max Orlishausen und traf mit links aus sehr spitzem Winkel wuchtig ins Tor. Den verdienten Siegtreffer, vereitelte schon in der Nachspielzeit erneut Matthias Seel. Moritz Lessel hatte sich großartig in Position gebracht, scheiterte aber am blitzschnell reagierenden Keeper.

Ein tolles Spiel zweier sehr guter Kreisligamannschaften fand damit keinen Sieger. Der sehr emotionale Tag fand im Jetzendorfer Sportheim bei Pizza und Getränken ein angemessen ruhiges Ende. (Markus Kick)